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Nichts zu verbergen?

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Ich glaube, wir, die wir bei #StopWatchingUs oder in einem anderen Rahmen gegen Überwachung und für den Erhalt beziehungsweise die Wiederherstellung unserer Privatsphäre aktiv sind, kennen das alle. Wenn wir mit Menschen über das Thema sprechen, bekommen wir oft zu hören

„Das betrifft mich nicht. Ich habe ja nichts zu verbergen.“

Oft fällt noch das Argument, dass das ja nur die beträfe, die Böses täten und somit etwas zu verbergen hätten.

Sicherlich geht es nicht mir allein so, wenn ich sage, dass mich diese Einstellung jedesmal betroffen, ja sogar wütend macht. Wir wissen, dass das falsch ist und dass jeder Mensch etwas zu verbergen hat, nämlich sein Privatleben. Und wir wissen, dass das ganz legitim ist.

Aber wie sagen wir das den Menschen da draußen, die glauben, sie hätten nichts zu verbergen? Auf prinzipieller Ebene von Grundrechten und Privatsphäre zu sprechen, ist vielleicht für viele zu abstrakt. Ich bin da daher recht radikal. Ich sage denjenigen, die das behaupten, dass sie ja dann sicher kein Problem damit hätten, ihre Krankenakten, ihre Kontoauszüge und eine Liste ihrer letzten Sexualpartner zusammen mit ihrem Namen an die nächste Litfaßsäule zu hängen. Bei den meisten Menschen fängt dann zumindest ein Denkprozess an und sie merken, dass es vielleicht doch ganz legitim ist, Dinge vor anderen verbergen zu wollen. Der Spiegel hat vor einiger Zeit ebenfalls einige sehr gute Argumente aufgelistet, die zeigen, warum das Argument, man habe nichts zu verbergen, ein schlechtes Argument ist.

Ich möchte an dieser Stelle weitere Argumente sammeln und von euch wissen, was ihr den Menschen sagt, wenn sie euch mit dem „nichts zu verbergen“-Argument konfrontieren. Wie reagiert ihr darauf? Was sind eure Gegenargumente? Ich freue mich auf zahlreiche Kommentare.